Schilddrüsenkrebs

Was ist Schilddrüsenkrebs?

Schilddrüsenkrebs sind bösartige Tumore, die durch die unkontrollierte Vermehrung von Zellen in der Schilddrüse entstehen. Die Schilddrüse befindet sich im vorderen Halsbereich und produziert Hormone, die den Stoffwechsel des Körpers regulieren. Genetische Veränderungen in den Zellen können zu einer Störung dieser normalen Struktur führen.

Diese Krankheit zeigt sich in der Regel im Frühstadium nicht durch Symptome, kann aber mit der Zeit durch Anzeichen wie eine tastbare Verhärtung oder einen Knoten im Hals bemerkt werden. Nicht jeder Knoten ist Krebs; jedoch sollten Knoten mit riskanten Eigenschaften umgehend beurteilt werden. In unserer Klinik werden solche Knoten mittels detaillierter Ultraschalluntersuchung, Biopsie und Bluttests sorgfältig überwacht.

Welche Arten von Schilddrüsenkrebs gibt es?

Schilddrüsenkrebs ist eine Erkrankung mit verschiedenen Subtypen. Nach der Diagnose spielt der Tumortyp eine entscheidende Rolle bei der Behandlungsplanung:

  • Papilläres Schilddrüsenkarzinom: Dies ist die häufigste Form und hat in der Regel einen guten Verlauf. Es kann auch in jungen Jahren auftreten und sich auf Lymphknoten ausbreiten.
  • Follikuläres Schilddrüsenkarzinom: Seltener als der papilläre Typ; es breitet sich typischerweise über Blutgefäße aus.
  • Medulläres Schilddrüsenkarzinom: Entwickelt sich aus den C-Zellen der Schilddrüse. Obwohl es erblich sein kann, gibt es auch sporadische Formen. Daher kann eine genetische Beratung notwendig sein.
  • Anaplastisches Schilddrüsenkarzinom: Ziemlich selten, aber aggressiv verlaufend. Es wächst schnell und tritt typischerweise in höheren Altersgruppen auf.


Da jeder Subtyp unterschiedliche Eigenschaften aufweist, ist nach der Diagnose ein individualisierter Behandlungsansatz erforderlich.

Was sind die Symptome von Schilddrüsenkrebs?

Während Schilddrüsenkrebs bei manchen Personen völlig symptomfrei verlaufen kann, können in einigen Fällen folgende Befunde beobachtet werden:

  • Eine tastbare Verhärtung im vorderen Halsbereich
  • Wachstum des Knotens über die Zeit
  • Ein Gefühl des Steckenbleibens beim Schlucken
  • Unerklärliche Heiserkeit
  • Halsschmerzen, die in den Kiefer- oder Ohrbereich ausstrahlen
  • Atemnot in fortgeschrittenen Fällen


Patienten, die sich mit diesen Beschwerden an unsere Ärztin wenden, werden eingehend untersucht und schnell in den Diagnoseprozess aufgenommen.

Wie wird Schilddrüsenkrebs diagnostiziert?

Der Diagnoseprozess beginnt mit einer körperlichen Untersuchung. Unregelmäßigkeiten in der Schilddrüse können bei der Palpation festgestellt werden. Die Hauptbeurteilung erfolgt jedoch mittels Halsultraschall. Die Ultraschalluntersuchung ist sehr effektiv, um die Form, Größe und riskanten Merkmale des Knotens aufzuzeigen.

Für verdächtige Knoten ist die zuverlässigste Diagnosemethode die Feinnadelaspirationsbiopsie (FNAB). Die durch dieses Verfahren entnommene Zellprobe wird pathologisch beurteilt.

Die wichtigsten Diagnosemethoden sind:

  • Ultraschall
  • Feinnadelbiopsie
  • Bluttests wie Thyreoglobulin und TSH
  • CT-, MRT- oder PET-Bildgebung bei Bedarf

Wie wird Schilddrüsenkrebs behandelt?

Der grundlegende Ansatz bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs ist in der Regel chirurgisch. Das Krebsgewebe wird so weit wie möglich vollständig entfernt. Während dieses Eingriffs wird manchmal die gesamte Schilddrüse (totale Thyreoidektomie) entfernt; in einigen Fällen kann jedoch auch nur ein Lappen entfernt werden.

Nach der Operation können folgende Zusatzbehandlungen angewendet werden:

  • Radiojodtherapie: Wird insbesondere bei papillären und follikulären Karzinomen eingesetzt, um mikroskopische Reste zu eliminieren.
  • Hormonersatztherapie: Bei Patienten, deren Schilddrüse vollständig entfernt wurde, können, je nach dem verbleibenden Schilddrüsengewebe nach dem chirurgischen Eingriff, lebenslang Schilddrüsenhormonmedikamente erforderlich sein.
  • TSH-Suppressionstherapie: Die Hormonspiegel werden kontrolliert gesteuert, um das Risiko eines Krebsrezidivs zu reduzieren.
  • Chemotherapie und Strahlentherapie: Werden hauptsächlich bei aggressiven oder fortgeschrittenen Tumoren bevorzugt.

Wie ist das Leben nach einer Schilddrüsenkrebsdiagnose?

Die Zeit nach der Behandlung variiert je nach Art und Stadium der Erkrankung. Insbesondere bei Schilddrüsenkrebs, der im Frühstadium diagnostiziert wird, sind die Langzeitüberlebensraten recht hoch.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um die Hormonspiegel im Gleichgewicht zu halten und gegebenenfalls die Dosis der Schilddrüsenmedikamente anzupassen. Während der Nachsorge sollte sowohl physische als auch psychologische Unterstützung Teil des Prozesses sein. Schilddrüsenkrebs kann mit der richtigen Nachsorge und Behandlung oft vollständig unter Kontrolle gebracht werden.

Häufig Gestellte Fragen

Nein. Schilddrüsenkrebs kann bei manchen Patienten ohne jegliche Symptome zufällig entdeckt werden. Insbesondere bei Routineuntersuchungen festgestellte Knoten sind für eine Früherkennung wichtig.

Nein, die meisten Schilddrüsenknoten sind gutartig. Es besteht jedoch bei jedem Knoten eine 5%ige Wahrscheinlichkeit, dass er bösartig sein könnte. Aus diesem Grund sollten einige Knoten mittels Ultraschall und gegebenenfalls Biopsie beurteilt werden, da sie bösartige Eigenschaften aufweisen können.

Die Feinnadelaspirationsbiopsie ist ein sehr einfacher und in der Regel schmerzloser Eingriff. Nach dem Eingriff tritt kein erhebliches Unbehagen auf.

Wenn die gesamte Schilddrüse entfernt wurde, wird die Hormonersatztherapie in der Regel lebenslang fortgesetzt. Diese Medikamente liefern das Schilddrüsenhormon, das der Körper benötigt.

Sie wird häufig bei papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinomen eingesetzt. Sie ist jedoch nicht für jeden Patienten erforderlich; die Behandlungsentscheidung wird basierend auf dem Stadium und den Eigenschaften der Erkrankung getroffen.

Bei einigen Arten (insbesondere beim medullären Schilddrüsenkarzinom) besteht eine genetische Vererbung. Personen mit dieser Diagnose in der Familie sollten von einem Endokrinologen beurteilt werden und gegebenenfalls eine genetische Beratung in Anspruch nehmen.

Heiserkeit kann ein Symptom von Schilddrüsenkrebs sein, aber es gibt auch viele andere Ursachen. Insbesondere bei lang anhaltender oder fortschreitender Heiserkeit wird eine Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten und einen Endokrinologen empfohlen.

Die meisten Arten von Schilddrüsenkrebs können durch frühzeitige Diagnose und richtige Behandlung vollständig kontrolliert werden. Die Erfolgsrate bei papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinomen ist sehr hoch.

 Nach der Behandlung werden die Patienten in den ersten Jahren häufiger und danach in bestimmten Abständen zu Kontrolluntersuchungen einbestellt. Eine regelmäßige Überwachung erfolgt mittels Bluttests und bildgebenden Verfahren.

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